Irrtümer und Fehler der Auslegungen zur Endzeit - Vollendung

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Irrtümer und Fehler der Auslegungen zur Endzeit

Vollendung
Fehler und Irrtümer der Auslegungen zur Endzeit

Was alles an sonderbaren, falschen und verführerischen Ausdeutungen zur Endzeit es gab, kann man vielfältig nachlesen. So stechen die vielen gesetzten Zeitpunkte der Wiederkunft Christi seit jeher besonders hervor. Als dann diese scheiterten, vergeistigte man diese Ereignisse. So wurde die geplatze Ankündigung 1844 zu einer "Reinigung des himmlischen Heiligtums" bei den Adventisten und darauf eine komplexe Endzeitinterpretation erstellt, welche darin gipfelt, dass Israel und Jerusalem keine Endzeitrolle mehr spielen, diese Stadt wüst sein und bleiben soll. Die Zeugen Jehovas hatten auch viele Zeitpunkte behauptet und dann vergeistigt. Auch der Mitternachtsruf von W. Malgo, N. Lieth hatten Jahre/Zeitpunkte als höchstwahrscheinlich bzw. sicher angegeben, nur sind diese auch längst verstrichen. Daher ist wichtig, sich diese falschen Gedanken anzusehen und den Irrtum daraus zu verstehen. Stuhlhofers Aufsatz kann ich daher nur wärmsten zur Lektüre empfehlen.

Auch heute ist das Internet voll der vielen Auslegungen und die Präsenz dieser "Lehre" ist in vielen Videos dominant. Sie haben ihre Anhänger, ihre Gemeinden und Nachfolger, teils nicht nicht geringer Zahl. Aus meiner Sicht sollte man sich das hier und dauch auch anhören, jedoch kritisch und mit aufmerksamen Geist. Denn es geht darum, anhand der Fehler zu verstehen, wie man es besser machen kann und was richtiger ist. Ob andere, ob ich wirklich richtig bin, meine Methode und deren Ergebnisse bestehen bleiben, das ist auch eine immer kritische Anfrage. Insofern bin ich selbst immer für Kritik offen, wenn es sachlich, qualifiziert und fair erfolgt.

Was aber ist der bessere Ansatz und wie geht man das Thema an? Wenn man in Museen geht, die Bilder in Kirchen ansieht, wie in früheren Jahrhunderten Jerusalem, die Heiligen, die Gottesmutter, Betlehem, Golgatha und viele andere Ereignisse dargestellt wurden, erkennt man schnell ein großes Problem. All jene Darstellungen orientierten sich nicht am Original, der Siutation in Israel und deren dortigen Gepflogenheiten, sondern diese Heiligen waren in den jeweils in Europa üblichen Kleidern und Gebäuden eingebettet. Die Sicht auf die Ereignisse war europäisch, westlich und überhaupt nicht "israelisch". Die Geschehnisse wurden allein aus unserer bzw. der Welt der Künstler und deren Sicht der Dinge dargestellt.

1. Hauptfehler: Auslegung aus eigener Sicht und Ausdeutung
2Petr 1,19 Und wir halten nun desto fester an dem prophetischen Wort, und ihr tut wohl, darauf zu achten als auf ein Licht, das an einem dunklen Orte scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen;
2Petr 1,20 wobei ihr das zuerst wissen müßt, daß keine Weissagung der Schrift ein Werk eigener Deutung ist.
2Petr 1,21 Denn niemals wurde durch menschlichen Willen eine Weissagung hervorgebracht, sondern vom heiligen Geist getrieben redeten heilige Menschen, von Gott [gesandt].

Die meisten Ausleger (auch in den Predigten) behaupten einen Sachinhalt, eine Aussage und eine Interpretation. Der Prophet/Apostel oder gar Christus hat dies oder das gemeint, gesagt und gedacht. Für eine Predigt mit anderen Ansprüchen und kurzer Zeitreichweite (wer kennt denn noch die Predigt von vor 3 Wochen!) mag das so gehen, aber im Rahmen einer Bibelauslegung und intensiven Ausarbeitung funktioniert das nicht. Wir machen uns selbst zum Definitionsgeber der Inhalte und bestimmen, was das Wort dann aussagt. Schlimm wird es dann, wenn jene Personen noch meinen, im Rahmen einer geistlichen Salbung quasi als Sprachrohr Gottes befähigt zu sein, die ultimative Wahrheit zu verkünden. Die Aussage ist dann jenseits der normalen Kritik, weil man dann den hl. Geist und dessen Träger kritisiert. Entsprechend extrem ist dann die Reaktion vieler Anhänger. Ich kann daher nur warnen und bitten, sich vor diesem selbst und vor solchen Leuten sich zu hüten.

Das Problem aber nun ist, wenn man predigt, ausarbeitet und auslegt, dann muss man doch diese Dinge tun, man muss doch sagen, dass der Text, dieses Wort, diese Aussage dies oder jenes bedeutet und meint. Man muss das, aber es ist eben nicht in Beliebigkeit, sondern im Kontext nur möglich. Kontext heißt, im Umfeld und Zusammenhang des jeweiligen Bibeltextes und der Bibel gesamt. Man muss das Wort Gottes, die Bibel durch Wort Gottes selbst auslegen und verstehen. Im Kontext der Aussagen der Bibel zur Endzeit bedeutet das, Prophetie mit Prophetie auszulegen. Es ist ein großer Irrtum, dass man in Aussagen von Propheten das hineininterpretiert, was wir uns darunter vorstellen. Wir müssen in den Begriffen der Bibel selbst denken. So bezeichnet Johannes in der Offenbarung Tiere, nennt Kronen, Köpfe, Berge usw. Man kann ohne weiteres hier alles mögliche hinein legen, aber letztlich in der biblischen Auslegung ist bei Daniels Prophetien bereits die Ausdeutung da. Dort hat Gott bereits die Begriffe definiert und festgeschrieben. Nur in diesem sich selbst auslegenden Wort können wir sicher diese biblische Prophetie verstehen.

2. Hauptfehler: Was hörten und wussten die Zuhörer?
Wenn die Propheten, Christus oder die Apostel zu anderen sprachen, musste sie so sprechen, dass diese sie verstehen konnten. Denn sonst ist deren Rede schlicht nutzlos. Gott hat sich von Beginn der ersten Worte der Bibel immer mehr und mehr offenbart und dies im geschriebenen Wort mitgeteilt. Er hat durch diese Worte ein Verständnis für seine Offenbarung geschaffen, Begriffe, Bilder und Sachverhalte dargestellt, auf die er dann in den immer weiter voranschreitenden Offenbarungen zurück griff. Die Bibel ist daher eine Offenbarung im Zeitstrang. Vom Anfang her kommend immer mehr sich aufweitend, immer umfänglicher und ausführlicher, jedoch immer in Verbindung mit dem, was vorher mitgeteilt und offenbart wurde. Daher bezogen sich die Apostel und Christus eben immer auf diese vorherigen Inhalte und haben diese durch den Hl. Geist erweitert, ergänzt und neue Verbindungen und Offenbarungen geschaffen. Wenn also Christus oder Paulus sprechen, dann sind das nicht irgendwelche Aussagen, sondern sie knüpfen an dem vorherigen an und sind daher ausschließlich aus dem bisher geoffenbarten Heraus zu interpretieren.
Sicher können wir hier unterschiedliche Ausdeutungen machen, das anders interpretieren, aber die Reihenfolge ist vom Alten zum Neuen Testament, von früherem zu neurem, von Mose zu Johannes.

3. Hauptfehler: Was wussten die Belehrten und was ist das Zeugnis der Gemeinde?
Paulus verwies nicht nur einmal auf die Tradition der Gemeinde und deren Lehre. Er vermittelte der Gemeinde Jesu in seiner Zeit die Lehre, das Wissen und die gesamte Offenbarung, wie er es selbst vom Herrn empfangen hatte. Da er mit Petrus (der auf anderen Wege als Apostel von Christus belehrt wurde) aber gleich lag, die Lehre beider konform ging, ist auch jede Annahme, dass Paulus, Petrus oder ein anderer Apostel abweichendes lehrte, widerlegt. Die Apostel unterwiesen die Gemeinde Jesu einheitlich und konform. Wenn nun aber diese von den Aposteln und deren direkten Nachfolgern belehrten Christen selbst sich äußerten, in schriftlichen Zeugnissen das niederschrieben, worin sie belehrt wurden, kann man das nicht ignorieren. Unstrittig ist, dass je länger die Zeit von den Aposteln war, immer deutlicher die Abweichung sichtbar wird. Aber die frühesten Zeugnisse - trotz der auch dort schon im Ansatz erkennbaren Irrungen - müssen das widerspiegeln, was die Lehre der Apostel war. Wenn man also eine Auslegung, Lehre oder Erkenntnis aus dem Wort gewinnt, dies aber im krassen Widerspruch zur frühen Gemeinde ist, überhaupt eine ganz andere Lehre darstellt, welche in der Gemeinde nicht da war, dann ist hier größter Zweifel angebracht.
Wenn die von den Aposteln belehrten kein Wort und keinen Hinweis auf eine Vorentrückung haben, hingegen die Entrückung bei der sichtbaren Wiederkunft Christi aber vielfältig bezeugen, dann ist eine Vorentrückungslehre einfach nur zweifelhaft und irrtümlich.



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